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Irland

Strategische Rolle: Struktur-Standort Zuletzt geprüft: Juli 2026

Irland ist ein EU-Strukturstandort mit einem weiterhin relevanten Non-Dom- und Remittance-System. Anders als das Vereinigte Königreich hat Irland seine Non-Dom-Logik nicht grundsätzlich abgeschafft. Für resident but non-domiciled Personen können ausländische Einkünfte außerhalb Irlands bleiben, solange sie nicht nach Irland remittiert werden. Gleichzeitig ist Irland kein Niedrigsteuer-Wohnsitz für normale Arbeitseinkünfte: Einkommensteuer, USC, PRSI und hohe Lebenshaltungskosten müssen realistisch modelliert werden.

Einordnung

Warum Irland in der Datenbank steht

Wir führen Irland als Struktur-Standort mit Wohnsitz- und Non- Dom-Relevanz. Der Standort ist stark für EU-Holding-, IP-, Tech-, Fonds- und Unternehmensstrukturen sowie für Personen, die Non-Dom/Remittance sauber nutzen können. Was Irland nicht ist: ein allgemeiner 12,5 %- Privatwohnsitz oder ein steuerlich einfacher Ersatz für das alte UK-Non-Dom- System.

Kennzahlen

Das Wichtigste auf einen Blick

Steuersystem Welteinkommen für resident und domiciled Personen; Remittance-Basis für resident but non-domiciled Personen
Einkommensteuer 20 % Standardrate und 40 % Higher Rate; zusätzlich USC und PRSI
Körperschaftsteuer 12,5 % Trading Rate, 25 % Passive/Non-Trading Rate, 33 % Capital Gains Rate; Pillar Two 15 % für große Gruppen
Mehrwertsteuer 23 % Standardrate; reduzierte Sätze je nach Leistung/Ware
Dividenden 25 % Dividend WHT grundsätzlich, breite Exemptions für EU-/Treaty-/qualifizierte Empfänger möglich
Vermögen- / Erbschaftsteuer Keine Nettovermögensteuer; Capital Acquisitions Tax auf Erbschaften/Schenkungen, Local Property Tax, Domicile Levy bis EUR 200.000 in Sonderfällen
CFC-Regeln Ja, EU-/ATAD-konforme CFC-Regeln, Anti-Hybrid, Transfer Pricing, Pillar Two und Outbound-Payment-Regeln
Automatischer Informationsaustausch (CRS) CRS/DAC2 und FATCA implementiert; Irland ist voll in EU-/OECD-Transparenz eingebunden
Aufenthaltsrecht EU-Freizügigkeit für EU/EWR; Drittstaatler über Arbeit, Critical Skills, Familie, Studium, Investor-/Sonderrouten historisch/angepasst
Mindestaufenthalt Steuerresidenz bei 183 Tagen im Jahr oder 280 Tagen über laufendes und Vorjahr mit mindestens 30 Tagen in jedem Jahr
Währung / Sprache Euro (EUR) / Englisch, Irisch
Visumfreier Aufenthalt (DE/AT/CH) Deutsche und Österreicher über EU-Freizügigkeit; Schweizer auf Basis bilateraler/Einreiseregeln, Langzeitaufenthalt separat prüfen
Passung

Für wen Irland funktioniert – und für wen nicht

Gut geeignet, wenn du …

  • ein EU-Standort mit englischer Sprache, Common-Law-Nähe und Tech-/Fonds-Ökosystem gesucht wird
  • Non-Dom/Remittance sauber und dokumentiert genutzt werden kann
  • eine echte Trading-Struktur mit Substanz zur 12,5 %-Rate passt
  • IP, Holding, SaaS, Fonds, Venture oder US/EU-Brücke zentrale Themen sind
  • hohe Lebenshaltungskosten und Einkommensteuer auf aktive irische Einkünfte eingeplant werden

Eher ungeeignet, wenn du …

  • ein einfacher Niedrigsteuerwohnsitz für Arbeitseinkommen gesucht wird
  • die 12,5 %-Körperschaftsteuer fälschlich auf private Einkünfte übertragen wird
  • Remittance-Regeln ohne saubere Kontentrennung und Geldflussdokumentation genutzt werden sollen
  • passive Einkünfte oder Investmentgesellschaften automatisch mit 12,5 % kalkuliert werden
  • Wohnkosten, Payroll, USC, PRSI und Compliance unterschätzt werden

Aufenthaltsrecht

Der Weg zur Irland-Struktur

Irland muss getrennt geplant werden: persönliche Steuerresidenz, Domicile, Remittance, Unternehmensaktivität und Holding-/IP-Substanz sind verschiedene Ebenen.

  1. Residence, ordinary residence und domicile trennen

    Residence entsteht über 183 Tage oder die 280-Tage-Regel. Ordinary residence entsteht nach drei aufeinanderfolgenden Residenzjahren und wirkt nach Wegzug nach. Domicile ist das dauerhafte Heimatkonzept und entscheidet über den Umfang der Besteuerung.

  2. Remittance praktisch steuern

    Resident but non-domiciled Personen werden auf irische Quellen, irische Arbeitstage und andere ausländische Einkünfte nur bei Remittance besteuert. Dafür müssen Konten, Kapital, Income, Gains und Transfers sauber getrennt und dokumentiert werden.

  3. Trading-Struktur von passiver Struktur trennen

    Die berühmten 12,5 % gelten für qualifizierende Trading Profits. Passive Einkünfte, bestimmte ausländische Dividenden, Zinsen, Mieten oder non-trading income können mit 25 % belastet werden.

  4. Substanz und Outbound Payments prüfen

    Irland ist kein Briefkastenstandort. Mitarbeiter, Geschäftsleitung, DEMPE/IP-Logik, Transfer Pricing, CFC und neue Outbound-Payment-Regeln müssen vorab sauber geplant werden.

Der häufigste Denkfehler: Irland wird auf 12,5 % reduziert. Diese Zahl betrifft Trading Profits von Unternehmen, nicht private Einkommensteuer, nicht passive Erträge und nicht automatisch jede Struktur.

Steuern

Non-Dom lebt – aber nicht als Freifahrtschein

Irische Steuerresidenten mit irischem Domicile werden mit Welteinkommen besteuert. Resident but non-domiciled Personen werden auf irische Einkünfte, bestimmte Arbeitseinkünfte für irische Duties und ausländische Einkünfte grundsätzlich nur insoweit besteuert, wie diese nach Irland remittiert werden.

Die normale persönliche Belastung kann hoch sein. Einkommensteuer läuft mit 20 % und 40 %, dazu kommen Universal Social Charge und PRSI. Irland ist daher für aktive Gehälter kein klassisches Niedrigsteuerland.

Unternehmen sind der bekannte Irland-Hebel. Trading Profits können mit 12,5 % besteuert werden, passive oder non-trading Einkünfte regelmäßig mit 25 %. Für große Gruppen greifen Pillar-Two-Regeln mit 15 % Mindeststeuerlogik.

Praxis

EU, Englisch, Fonds und US-Brücke

Praktisch ist Irland stark durch EU-Mitgliedschaft, englische Sprache, Common-Law-Prägung, US-Tech-Präsenz, Fondsindustrie und erfahrene Beraterlandschaft. Für internationale Unternehmensgruppen kann das viel wertvoller sein als ein niedrigerer Nominalsatz in einer weniger akzeptierten Jurisdiktion.

Der Preis ist Compliance. Irland ist ein transparenter EU-Standort mit CRS, DAC, ATAD, Transfer Pricing, CFC, Pillar Two und verschärften Regeln für Zahlungen in Nullsteuer- und nicht kooperative Jurisdiktionen. Wer Irland nutzt, muss Substanz ernst nehmen.

Unsere Einschätzung

Das Fazit

Irland ist stark für Strukturen und selektiv interessant für Non-Doms, aber kein pauschaler Niedrigsteuerwohnsitz. Wer Remittance sauber organisiert oder echte Trading-Substanz braucht, findet einen sehr starken EU-Standort.

Die merkbare These lautet: Irland ist nicht „12,5 % für alles“, sondern ein Strukturstandort mit lebendem Non-Dom-System. Wer die Begriffe Residence, Domicile, Remittance und Trading Profit trennt, kann damit arbeiten.

Passt Irland zu deiner Struktur?

Ob Irland als Gesellschaftsstandort, Non-Dom-Wohnsitz oder EU-Holding sinnvoll ist, hängt von Domicile, Geldflüssen, Tätigkeit, Substanz, Einkunftsarten und alter Steuerresidenz ab. In der Beratung prüfen wir die Irland-Option im Gesamtbild.

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