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Panama

Strategische Rolle: Steuerwohnsitz Zuletzt geprüft: Juli 2026

Panama ist steuerlich noch immer eines der klarsten Länder Amerikas: Das Territorialprinzip stellt ausländische Einkünfte grundsätzlich außerhalb der panamaischen Einkommensteuer, die Wirtschaft läuft praktisch in US-Dollar, und es gibt belastbare Residenzwege wie Pensionado und Friendly Nations. Das alte Bild aus den 2010ern – schnell, billig, diskret und bankfreundlich – ist aber vorbei. Friendly Nations verlangt heute echte wirtschaftliche Anbindung, Banken prüfen deutlich härter, Panama nimmt am CRS teil, und der Standort ist spürbar teurer geworden.

Einordnung

Warum Panama in der Datenbank steht

Wir führen Panama primär als Steuerwohnsitz für Unternehmer, Investoren und Ruheständler, deren relevante Einkünfte tatsächlich außerhalb Panamas entstehen. Das Land ist stark, wenn Wohnsitz, Bankfähigkeit, Dollar-Alltag und Territorialbesteuerung zusammenpassen. Was Panama nicht ist: ein anonymer Offshore-Hafen, ein Billigland oder eine einfache Abkürzung für eine Auslandsgesellschaft ohne echte Planung. Wer aus Europa heraus weiter dort arbeitet, Kunden dort betreut oder eine Gesellschaft nur formal nach Panama legt, löst damit weder Wegzugs- noch Betriebsstättenfragen.

Kennzahlen

Das Wichtigste auf einen Blick

Steuersystem Territorial – panamaische Quellen werden besteuert, Auslandseinkünfte grundsätzlich nicht
Einkommensteuer (inländisch) 0 % bis 11.000 USD, 15 % bis 50.000 USD, darüber 25 %
Körperschaftsteuer 25 % auf panamaische Einkünfte; CAIR-Mindestberechnung bei Unternehmen mit mehr als 1,5 Mio. USD steuerpflichtigem Einkommen möglich
Mehrwertsteuer ITBMS 7 % Standard; 10 % für Alkohol/Hotels, 15 % für Tabak
Dividenden 10 % auf panamaische Dividenden; 5 % bei bestimmten Auslands-/Export-/befreiten Einkünften; 20 % bei Inhaberaktien
Vermögen- / Erbschaftsteuer Keine Nettovermögensteuer; keine Erbschaft-, Nachlass- oder Schenkungsteuer
CFC-Regeln Keine CFC-Vorschriften
Automatischer Informationsaustausch (CRS) Ja, Panama ist CRS-MCAA-Unterzeichner; erste Austausche waren für September 2018 vorgesehen
Aufenthaltsrecht Pensionado mit lebenslanger Rente ab 1.000 USD monatlich; Friendly Nations seit 2021 zweistufig über 2 Jahre provisorische Residenz und anschließende Permanente
Mindestaufenthalt Kein einfacher Mindesttage-Mechanismus wie in manchen Plan-B-Ländern; für Steuerwohnsitz und belastbare Bank-/Migrationsposition zählt die tatsächliche Anbindung und Dokumentation
Währung / Sprache US-Dollar / Balboa (1:1) im Zahlungsverkehr; Spanisch
Visumfreier Aufenthalt (DE/AT/CH) Bis zu 3 Monate ohne Visum
Passung

Für wen Panama funktioniert – und für wen nicht

Gut geeignet, wenn du …

  • einen echten Steuerwohnsitz mit Territorialprinzip und Dollar-Alltag suchst
  • ausländische Einkünfte hast, die nicht aus panamaischen Quellen stammen
  • als Ruheständler eine planbare Pensionado-Route mit dauerhafter Rente nutzen kannst
  • bereit bist, für Friendly Nations echte wirtschaftliche Anbindung über Job, Immobilie oder Festgeld aufzubauen
  • Banking als Compliance-Projekt verstehst und Herkunft der Mittel, Steuerstatus und wirtschaftlichen Hintergrund sauber dokumentieren kannst

Eher ungeeignet, wenn du …

  • ein billiges Offshore-Panama wie vor zehn Jahren erwartest
  • eine schnelle Banklösung ohne Substanz, Nachweise und Geduld suchst
  • deinen tatsächlichen Lebensmittelpunkt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz behältst
  • aus Panama heraus lokale oder panamaisch bezogene Einkünfte erzielst und trotzdem Nullsteuer erwartest
  • CRS oder FATCA vermeiden willst

Aufenthaltsrecht

Der Weg zur Residenz

Panama hat mehrere Residenzwege, aber die beiden bekanntesten erfüllen unterschiedliche Zwecke. Pensionado ist die starke Route für Menschen mit lebenslanger Rente. Friendly Nations ist die Unternehmer- und Investorenroute für Staatsangehörige bestimmter Länder, aber seit der Reform 2021 nicht mehr der einfache Papierweg von früher.

  1. Passende Route wählen

    Pensionado verlangt eine lebenslange Rente oder Pension von mindestens 1.000 USD pro Monat; für jeden abhängigen Angehörigen kommen 250 USD monatlich hinzu. Friendly Nations setzt dagegen eine wirtschaftliche Verbindung zu Panama voraus: Beschäftigung bei einem panamaischen Arbeitgeber, Immobilie ab 200.000 USD oder ein Festgelddeposit ab 200.000 USD für 3 Jahre.

  2. Dokumente und Einreise vorbereiten

    In beiden Fällen brauchst du saubere persönliche Unterlagen, Polizeiführungszeugnis, Gesundheitszertifikat, Passkopien, Vollmacht/Antrag und je nach Route Renten-, Arbeits-, Immobilien- oder Banknachweise. Ausländische Dokumente müssen typischerweise apostilliert oder konsularisch legalisiert und für Panama verwertbar sein.

  3. Antrag in Panama einreichen

    Der Antrag läuft praktisch über Panama selbst und sollte anwaltlich vorbereitet werden. Bei Friendly Nations führt der Weg zunächst zu einer provisorischen Residenz für 2 Jahre. Erst danach kann die permanente Residenz beantragt werden, wenn die Voraussetzungen weiter bestehen. Pensionado ist als dauerhaftes Programm für Personen mit lebenslanger Rente angelegt.

  4. Steuerwohnsitz und Banking getrennt aufbauen

    Migrationsresidenz, Steuerregistrierung und Bankfähigkeit sind drei verschiedene Ebenen. Für ein belastbares Setup brauchst du lokale Adresse, Nachweise zur Mittelherkunft, Steuerargumentation und eine konsistente Story gegenüber Banken. Eine Cédula ersetzt keine saubere steuerliche Abmeldung aus dem Herkunftsland.

Der häufigste Denkfehler: Panama besteuert ausländische Einkünfte nicht, aber das bedeutet nicht, dass jede Struktur automatisch steuerfrei ist. Entscheidend ist, wo die Leistung erbracht wird, wo Kunden und Geschäftsleitung sitzen und welches Land dich weiter als steuerlich ansässig behandelt. Gerade bei Auslandsfirmen gilt: Eine Gesellschaft allein ist keine Steuerlösung. Lies dazu auch warum eine LLC allein keine Steuerlösung ist.

Steuern

Territorialprinzip ohne Romantik

Panamas steuerlicher Kern ist einfach: Besteuert wird panamaische Quelle. Einkommen, das außerhalb Panamas entsteht oder aus außerhalb Panamas erbrachten Leistungen stammt, fällt grundsätzlich nicht in die panamaische Einkommensteuer. Für internationale Unternehmer kann das sehr stark sein, solange die Wertschöpfung wirklich außerhalb Panamas liegt und das Herkunftsland nicht weiter zugreift.

Inländische Einkünfte sind dagegen normal steuerpflichtig. Personen zahlen auf panamaisches Einkommen progressiv bis 25 %, Gesellschaften zahlen 25 % Körperschaftsteuer auf panamaische Einkünfte. Zusätzlich gibt es ITBMS, Sozialabgaben, Immobiliensteuer, Quellensteuern und bei bestimmten Unternehmen die CAIR-Logik. Panama ist also kein Nullsteuerland, sondern ein Territorialland.

Für Dividenden ist die Lage differenzierter als viele Werbetexte suggerieren. Panamaische Dividenden können mit 10 % belastet sein; bei bestimmten ausländischen, Export- oder befreiten Einkünften gilt 5 %, bei Inhaberaktien 20 %. Wer eine panamaische Gesellschaft nutzt, muss daher zuerst klären, ob sie überhaupt der richtige Baustein ist.

Praxis

Banking, Dollar-Wirtschaft und Alltag

Panama ist praktisch eine Dollar-Wirtschaft: Der Balboa ist 1:1 an den US-Dollar gekoppelt, der Zahlungsverkehr läuft im Alltag faktisch in USD. Das ist ein großer Vorteil für Menschen, die Vermögen, Einkommen oder Geschäft ohnehin in Dollar denken. Gleichzeitig ist Panama nicht mehr der Bankplatz, als der es in alten Offshore-Erzählungen verkauft wurde.

Banken verlangen heute nachvollziehbare Mittelherkunft, steuerliche Einordnung, Adress- und Einkommensnachweise, Referenzen und oft lokale Präsenz oder Residenzbezug. Für Ausländer ist Kontoeröffnung möglich, aber nicht automatisch. Wer Panama ernsthaft nutzt, sollte das Konto als Teil eines dokumentierten Setups betrachten, nicht als ersten Schritt. Für die Grundlogik siehe Konto im Ausland eröffnen.

Unsere Einschätzung

Das Fazit

Panama ist nicht mehr das günstige Offshore-Versprechen aus alten YouTube- und Blogzeiten. Es ist ein erwachsener, stärker regulierter Standort mit echten Vorteilen: Territorialprinzip, Dollar-Alltag, brauchbare Residenzprogramme und ein internationaler Finanzsektor. Genau diese Vorteile verlangen heute aber mehr Substanz, bessere Dokumentation und realistischere Budgets.

Die beste These zu Panama lautet: Es ist kein Ort für Abkürzungen, sondern ein Ort für Menschen, die Auslandseinkünfte sauber von panamaischen Quellen trennen können. Wenn diese Trennung stimmt, ist Panama stark. Wenn sie nur behauptet wird, wird aus dem vermeintlichen Steuerparadies schnell ein teures Missverständnis.

Passt Panama in deine Struktur?

Ob Panama als Steuerwohnsitz, Pensionado-Residenz, Friendly-Nations-Route oder gar nicht sinnvoll ist, hängt von deiner Einkommensquelle, deinem tatsächlichen Lebensmittelpunkt, deiner Bankfähigkeit und deiner bestehenden Struktur ab. In der Beratung prüfen wir, ob Panama wirklich trägt.

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